Gartenkunst

Gartenkunst geht über die Nutzbarmachung von Land hinaus zur ästhetischen Gestaltung - sie ist die Verbindung von gärtnerischer Arbeit und künstlerischer Kreativität


Samstag, 7. Dezember 2013

Geschenke für GärtnerInnen - wunderschöne Gartenbücher!







Nach längerer familiär bedingter Pause bei "Gartenkunst oder Wege nach Eden" stelle ich in diesem Blogbeitrag aus dem großen Angebot neuer Gartenbücher ein paar Geschenkvorschläge (natürlich auch einfach Leseempfehlungen) für GartenliebhaberInnen vor.

Das "älteste" ist 2012 im Verlag Callwey erschienen und eines meiner Lieblingsgartenbücher:

"Ich träume von einem Küchengarten - die schönsten Inspirationen für das eigene Paradies
von Victoria Freifrau von dem Bussche, Fotos von Gary Rogers (http://www.professionalgardenphotographers.com/portfolios/gary-rogers)
Als Leitmotiv für dieses Buch hat sich die Autorin ein bekanntes Zitat von Karl Foerster gewählt - "Wer Träume verwirklichen will, muss wacher sein und tiefer träumen als andere". Im Vorwort macht sie deutlich, um was es in diesem Buch nicht, und um was es geht: es ist kein Ratgeber, sondern eine Inspirationsquelle, die durch die Schönheit der Gärten, Bilder und Geschichten die Leidenschaft zum Gärtnern beim Leser je nach Ausgangszustand weckt, neu entfacht oder verstärkt. 
Victoria von dem Bussche erzählt beginnend beim diesseitigen persischen Paradies "Tschahar Bag" von Klostergärten, Schlossgärten bis hin zu den "Potagers culinaires" des 21. Jahrhunderts, vom berühmten "Potager du Rio" in Versailles zum Küchengarten des Spitzenkochs Raymond Blanc in Besançon, vom "Duttenhofer´schen Apfelgut" in Sulz-Hopfau (www.apfelgut.de) zum Garten des englischen Designers Terence Conrad. Kapitel mit Titeln wie "Von Franzobst, Frühtreiberei und Fruchtkäfigen", "...und drinnen waltet die züchtige Hausfrau..." oder "Von Fürstenhöfen, Landgütern und Dichtergärten" wechseln sich ab mit Gartenporträts aus Frankreich, England und Deutschland. Von prominenten Gärten sollte man sich nicht einschüchtern lassen - vieles was man auf den Bildern sieht, das Schloss im Hintergrund mal ausgenommen, lässt sich auch auf kleinen Flächen und mit niedrigem Budget verwirklichen. Sprich, man bekommt schon beim Durchblättern nicht nur eine Idee davon, wie schön ein Küchengarten sein kann, sondern auch große Lust, selbst einen solchen anzulegen.
Im Epilog fasst die Autorin den Inhalt nochmals zusammen - es geht um den Küchengarten von einst und jetzt, der "im Idealfall eine kreative und künstlerische Verbindung von Koch und Gärtner, Kochkunst und Gartenkunst ist". Es schwingt Melancholie um verlorene Schätze mit, aber auch die Hoffnung auf "einen Ort, an dem Zukunft wachsen kann", …"einem humanen Ort…an dem körperliche Arbeit und handwerkliches sowie kulturelles Wissen, Genuss und Schönheit eine Einheit bilden."
Sehr hohe Qualität in Text, Bild, Druck und Design - ein "Fünf Sterne" Band.

Link zur Direktbestellung beim Verlag:
Ich träume von einem Küchengarten: Die schönsten Inspirationen für das eigene Paradies
Format 23 x 29,7 cm, 192 S., gebunden mit Schutzumschlag, ISBN 978-3-7667-1954-6

Aus dem Themenfeld "Frauen und ihre Gärten" zwei Bücher aus sehr unterschiedlichen Lebenswelten:

"Gartenexpertinnen und ihr grünes Wissen
von Kristin Lammerting, Fotos von Ferdinand Graf von Luckner, Callwey Verlag 2013
Dieses Werk ist den heutigen Gartenexpertinnen im deutschsprachigen Raum gewidmet. In der Einleitung geht es um "Gartenbotschafterinnen einst und jetzt", in den elf folgenden Kapiteln wird jeweils eine Koryphäe der heutigen Zeit vorgestellt.
Im einzelnen sind dies: Sabine Reber, Schriftstellerin und Gartenpublizistin als "grünster Daumen der Schweiz", die Gärtnerin, Meisterfloristin, Moderatorin, Reiseleiterin und Geschäftsführerin Angelika Ertl aus Feldkoch-Graz als Vertreterin Österreichs, die Geschäftsführerin der Mainau GmbH Bettina Gräfin Bernadotte, die Landschaftsarchitektin Brigitte Röde aus Köln, die Autorin, Schlossherrin und Initiatorin des ersten deutschen Gartenfestivals "Gartenlust und Landvergnügen" Victoria von dem Bussche, die freie Landschaftsarchitektin und Autorin Petra Pelz als "Stauden- und Gräserkomponistin", die Gartenbauingenieurin, Obstbaumeisterin und Moderatorin Heike Boomgaarden, die Staudengärtnerin Anja Maubach, Inhaberin der renommierten Gärtnerei Ahrens-Maubach in Wuppertal, die Garten- und Landschaftsarchitektin Ute Wittich aus Frankfurt am Main,  die erste "Tree Brokerin" oder "Baumfinderin" Katharina von Ehren aus Hamburg und zuletzt auch die Autorin des Buches, die Biologin und Zahnärztin Kristin Lammerting, die zusammen mit ihrem Mann den in Gartenkreisen bekannten "Lammerting-Garten" in Köln geschaffen hat.
Ein spannendes Kaleidoskop interessanter Berufe und engagierter Gartenfrauen also!
Am Ende jedes Kapitels steht eine Seite mit den "Gartengeheimnissen" - eher ein kleines Interview mit Fragen nach Lieblingspflanzen, wichtigen Geräten, Lieblingsgärten und persönlichen Gartenerfahrungen. Je nach Interviewpartnerin bieten diese Seiten viele interessante Tipps.
Was mir an diesem Buch sehr gut gefällt ist die Idee dahinter, die Auswahl der Gartenexpertinnen, die gelungenen Porträts -  großformatige, stimmungsvolle Fotos der Gartenfrauen - und die umfassenden Texte. Damit komme ich aber auch schon zum Ärgernis: die Grafik der Texte ist zwar optisch ambitioniert und schön gemacht, missachtet aber völlig den Leitsatz "form follows funcion". Es gibt große Leerflächen auf den Seiten, die Texte sind blockweise ohne deutliche Absätze oder Zwischenüberschriften gesetzt und die Schrift so klein, dass sie zumindest für "ältere Semester" schwer zu lesen ist. Das schränkt diesen Geschenktipp leider stark ein: für LeserInnen mit Augenproblemen oder einfach schon etwas "müden Augen" ist dieses Buch nicht geeignet. Man wünscht sich, dass das sonst gelungene und schöne Buch dem Verlag später einmal eine Neuauflage mit überarbeiteter Grafik wert ist.

Link zur Direktbestellung beim Verlag:
Gartenexpertinnen und ihr grünes Wissen
Format 23 x 30, 176 Seiten, gebunden,  ISBN 978-3-7667-1989-8, € 39,90
 

"Hinterm Stall die Blumen - Landfrauen und ihre Gärten
von Britta Freit, Fotografie Bigi Möhrle,
Ulmer Verlag 2013
Vorab gesagt: dies Buch ist kein reines "Gartenbuch" - es geht um  Landfrauen, sprich aktive Bäuerinnen, um ihre Familien, ihre Höfe, die Landschaft in der sie leben und natürlich um ihre (Nutz)Gärten und was sie ihnen bedeuten. Das Zitat"Wenn ich mal sauer bin, kann ich in die Pflanzung gehen und komme zufrieden heim" zeigt, dass es dabei nicht nur um die Selbstversorgung geht, sondern manchmal auch einen Ausgleich zur reinen Erwerbslandwirtschaft. 
Jeder der Frauen ist ein umfangreiches Porträt gewidmet, dass einen lebendigen Eindruck von ihrem Leben, ihrer Arbeit wie auch ihren Hobbys vermittelt. Das liegt auch an den häufig wie Schnappschüsse aus dem Familienalbum wirkenden Fotos von Bigi Möhrle. Nicht sorgfältig inszenierte Bilder im besten Licht, sondern charmante Impressionen aus dem täglichen Leben (zugegeben: bei schönem Wetter!) sind der Stil der Fotografien. Offen und ungekünstelt lächeln  die Menschen in die Kamera oder lassen sich bei ihrer Arbeit über die Schulter sehen. Das verleiht dem Band eine ungezwungene Heiterkeit,   man erfährt in den Texten allerdings durchaus, dass das Leben auf dem Land auch heute noch mit viel Arbeit, Verantwortung und eher wenig "Freizeit" verbunden ist. Die Autorin schreibt auf ihrer Webseite "Besonders viel Spaß bringen mir Themen, bei denen Menschen und Natur aufeinandertreffen – in Freizeit, Landwirtschaft oder bei der Arbeit. Ich möchte herausbekommen, was die Welt antreibt: Welche Ideen, Hoffnungen und Prinzipien." (http://www.freith.de/magazin.html) Diese Begeisterung für ihr Sujet teilt sich dem Leser mit. Hier noch der Link zu einer ausführlichen Rezension von Sabine Schlimm auf dem Blog "Schmeckt nach mehr", die den Inhalt sehr gut trifft.
Vom hohen Norden zum tiefen Süden der Bundesrepublik, zwei Besuchen in Österreich und einem in der Schweiz ein informativer Streifzug für alle, die das Landleben lieben oder davon träumen.

Link zur Direktbestellung beim Verlag
"Hinterm Stall die Blumen - Landfrauen und ihre Gärten"
 192 S., 225 Farbfotos, geb. mit SU. ISBN 978-3-8001-7894-0. € 29,90


"Entspanntes Gärtnern für Senioren - wie man sich im Alter sein grünes Paradies erhält"
von Patty Cassidy, Fotografie Mark Winwood
Ulmer Verlag 2013
"Endlich" dachte ich, als ich die Ankündigung für diesen Titel las. In der Tat ein längst überfälliges Buch zu einem wichtigen Thema. "Wenn ich mal nicht mehr so kann…" ist ein Gedanke, der viele noch so begeisterte GärtnerInnen im unweigerlich fortschreitendem Alter beschäftigt und meist entmutigt. Dass die traurige Erkenntnis ""Ich schaffe das nicht mehr" nicht zum Ende des eines geliebten Hobbys führen muss und darf, davon handelt dieses Buch. Es macht Mut zum Gärtnern im Alter, nicht nur für vor Energie und Lebenslust nur so strotzenden "Best Ager" wie sie uns in den Werbeanzeigen begegnen, sondern auch für alle, die mit größeren körperlichen Einschränkungen zu kämpfen haben. Ich zitiere aus dem Klappentext: "Wenn wir älter werden, dann mangelt es manchmal an der nötigen Energie und den körperlichen Möglichkeiten. Ein Garten ist dann der beste Jungbrunnen - ein magischer Ort, der uns im Herzen jung hält, körperlich fit macht und uns an die frische Luft treibt."
Die einzelnen Kapitel des Buches sind folgenden Themenbereichen zugeordnet: "Planen Sie einen Garten, der zu ihnen passt", "Achten Sie auf Ihre Gesundheit", "Erleichtern Sie sich die Gartenarbeit", "Gartentypen" und "Pflanzenführer" (von Obstbäumen bis zu Zimmerpflanzen) und reich mit guten Fotografien illustriert.
Wie man durch "kluge Selbsteinschätzung und gute Vorbereitung" sowohl den Garten als auch sich selbst vorbereitet ist auch für jüngere Familienangehörige gut zu wissen, 
dass ein nicht mehr selbst bewirtschafteter Garten auch für pflegebedürftige Senioren ein Segen ist kann kaum genug betont werden.
Die Themenbereichen Gartentypen und Pflanzenführer sind so umfangreich, dass ein Neuanfänger viele Informationen erhält, die dem alten Gartenhasen längst bekannt sind. Aber auch letzterer wird in diesen Abschnittenden ein oder anderen Tipp zur altersgerechten Anpassung des Gartens finden. Sehr schön und mit konkretem Bezug zu seinem Vater hat Jochen Wegner vom "Staudengarten Groß Potrems" dieses Buch beschrieben, hier der Link zu seiner Rezension

Link zur Direktbestellung beim Verlag:
"Entspanntes Gärtnern für Senioren - wie man sich im Alter sein grünes Paradies erhält"
von Patty Cassidy, Fotografie Mark Winwood
Ulmer Verlag
256 S., 864 Farbfotos, 21 Zeichnungen, geb. mit SU. ISBN 978-3-8001-7838-4. € 29,90




"Modernes Gartendesign - Das große Ideenbuch"

von Ulrich Timm, Fotografien von Clive Nichols, Marianne Majerus, Jerry Harpur, Jürgen Becker, Gary Rogers
Verlag Becker Joest

Modernes Gartendesign vom Feinsten stellt der praktizierende Landschaftsarchitekt, ehemalige Leiter des Gartenressorts von "Schöner Wohnen" und Autor einiger hochwertiger Bücher zum Thema Gartenarchitektur Ulrich Timm in diesem Band vor. Gezeigt werden Beispiele vom Grundstück auf Mallorca, wo man eine Baugenehmigung für ein Landhaus erst ab einer Grundstücksgröße von etwa 14.000 Quadratmetern bekommt, bis zum 5x5 Quadratmeter großen Garten einer sechsköpfigen Familie in Notting Hill und einer mit Palmen bestückten Balkonterrasse mit Blick auf den Tower in London. Exklusive Plätze mit exklusivem Gartendesign, fotografiert von Gartenfotografen der obersten Liga. Jedem Garten ist eine Doppelseite gewidmet, von der das großformatige Foto die Hälfte bis zwei Drittel einnimmt. Die Texte dazu sind entsprechend kurz und auf das Wesentliche reduziert. Sie zeugen sprachlich und inhaltlich von hoher Fachkenntnis, vermitteln aber auch auf für Laien gut lesbare Weise die Atmosphäre der Gärten. Man lernt beim Lesen viel über gute Gartenarchitektur ohne dabei das Gefühl zu bekommen, ein trockenes Fachbuch zu studieren. 
Pflanzenverwendung ist in dem Band ein untergeordnetes Thema, das bauliche Design spielt die Hauptrolle. Ein Zitat aus dem Text zum ersten Beispiel, einer mediterranen Gestaltung im Rheinland: "Moderne Gartenarchitektur ist, wenn sie gut gemacht ist, nicht auf Gags aus. Sie korrespondiert mit der Architektursprache des Hauses, profitiert von der Fassadenansicht, nimmt die Achsen der Türen auf, um in der Gartenplanung berücksichtigt zu werden."
Wer einen Garten neu planen lassen will, findet hier hervorragende Beispiele zu Inspiration. Wenn der Etat nicht für die Beauftragung eines Gartenarchitekten reicht, findet man interessante Details zur Umsetzung im eigenen Garten. Ein Fazit, das ich aus der Lektüre dieses Buches ziehe: je kleiner die vorhandene Fläche, desto mehr sollte man in die Gestaltung investieren. Aus einem brach liegenden Hinterhof kann eine Oase werden, aus einem Dachgarten oder einem Balkon eine Lounge der Extraklasse.
Top Fotos, Top Design, Top Inhalt - besser kann man ein Buch nach meinem Empfinden nicht machen. Auch der Titel passt - es ist ein Buch zur Inspiration, keine Anleitung.

Link zur Direktbestellung beim Verlag:
"Modernes Gartendesign - Das große Ideenbuch"
Autor Ulrich Timm, div. Fotografen
Becker Joest Verlag 2013
192 Seiten, Format 30 x 24, 119 ganzseitige Fotos, gebunden mit SU
ISBN 978-3-938100-85-1, € 39,90









Montag, 30. September 2013

Gartenglück im Herbst mit Astern




Wenn die meisten Prachtstauden schon verblüht sind, sorgen die Herbstastern für einen leuchtenden Abschluss der Gartensaison. Fast in jedem Bauerngarten lehnen die langbeinigen Blütenwunder am Zaun und verbreiten ein herbstlich-romantisches Flair.
Die meisten der häufig in der Nachbarschaft und auch über Generationen immer wieder geteilten und weitergegebenen „Bauerngartenastern“ dürften zu den Rauhblatt-Astern (Aster novae-angliae) gehören. Sie haben samtig behaarte Blätter und im Gegensatz zu den weniger robusten Glattblatt-Astern (Aster novi-belgii) schließen die meisten nachts ihre Blüten. Beiden Arten gemeinsam ist, dass sehr hoch werden und zu „nackten Beinen“ neigen – schon während der Blütezeit stirbt das Laub unten an den Stängeln ab. Deshalb sollte man sie in Beeten eher in den Hintergrund pflanzen und ihnen in der Höhe abgestufte Begleitstauden zugesellen – sehr schön macht sich z.B. die Kombination mit Phloxen, wenn man bei den klassischen Bauerngartenpflanzen bleiben will. Wunderschöne herbstliche Gartenbilder lassen sich mit den hohen Astern in Gesellschaft mit Gräsern zaubern. Chinaschilf (Miscanthus), Rutenhirse (Panicum) und Lampenputzergras (Pennisetum) lockern den geraden, straffen Wuchs der Astern auf und bringen beschwingte Leichtigkeit in die Pflanzung. Im Wind tanzende Gräser kombiniert mit den leuchtenden Blütenfarben der Astern im herbstlichen Abendlicht sind ein Anblick den man nicht so schnell vergisst.
Nicht so hoch hinaus wachsen die Kissenastern (Aster dumosus), die sich im Grunde nur durch ihre Höhe von den Glattblatt-Astern unterscheiden – Sorten die bis 50 Zentimeter hoch werden bezeichnet man als Kissenastern, darüber hinaus zählen sie zu den Glattblattastern.


Astern pflanzen und pflegen
Die bisher erwähnten Astern sind allesamt Sonnenkinder, die sich an einem vollsonnigen Standort am besten entwickeln. Sie brauchen einen lehmig-humosen Boden mit guter Nährstoffversorgung und in Trockenperioden regelmäßiges Gießen. Bei Trockenheit und „stehender Luft“ entwickeln sie sonst leicht Mehltau. Bei  den hohen Astern geht man von einem Pflanzabstand zwischen 80 und 90 Zentimetern aus, ein bis zwei Pflanzen reichen für einen Quadratmeter. Kissenastern sollte man mit einem Mindestabstand von 30 Zentimetern pflanzen. Mit einem alten Gärtnertrick kann man die Blütezeit der Astern verlängern, indem man einen Teil der Triebe vor der Knospenbildung um zehn bis 20 Zentimeter einkürzt. Diese auch bei Phloxen gern verwendete Maßnahme erhöht zudem die Standfestigkeit. Spätestens wenn die Horste anfangen von der Mitte her abzusterben, am besten spätestens nach vier Jahren, sollte man die Pflanzen ausgraben, teilen und in guter Erde wieder auspflanzen. Astern pflanzt man am besten im ersten Halbjahr, damit sie Zeit genug haben sich am neuen Standort einzuleben und Überwinterungsknospen entwickeln. Bei Herbstpflanzung kann es je nach Verlauf des Winters zu Ausfällen kommen.


Herbstliche Pracht mit Astern und Gräsern

Astern für natürlich wirkende  Pflanzungen
In den letzten Jahren hat sich das Sortiment an verschiedenen Astern ständig vergrößert. Neben den großblütigen Arten gibt es inzwischen kleinblütige Astern und Wildastern, die mit ihren zarten Blütensternen gut in natürlich wirkende Pflanzungen passen. Einige davon fühlen sich im Halbschatten oder an sonnigen Gehölzrändern wohl. Dazu gehören Sorten der Gruppe Aster ageroides (Wildastern) und die (Halb)Schatten liebenden Aster cordifolius (Waldastern), darunter die empfehlenswerte reinblaue Sorte ‚Little Carlow’ und  die schon 1907 in Möllers Deutscher Gartenzeitung lobend erwähnte hellviolettblaue ‚Photograph’. Für naturnahe Gartengestaltung an sonnigen Plätzen empfehlen sich die Bergastern (Aster amellus) und die selteneren Alpenastern (Aster alpinus). Sie bringen von August bis September Farbe in Stein- und die heute modernen Kiesgärten. Sie brauchen einen kalkhaltigen, durchlässigen Boden und einen sonnigen, trockenen Standort. Am besten pflanzt man die wärmeliebenden Stauden im Frühjahr damit sie Zeit haben sich zu akklimatisieren und an ihrem neuen Standort gut einwurzeln.



Aster dumosus 'Blauer Gletscher'

Blühende Astern von Mai bis November

Die Astern sind eine große Pflanzenfamilie, es gibt mehrere hundert Wildarten die in Europa, Asien und Amerika verbreitet sind. Die erste Darstellung einer Aster in Europa stammt aus dem Buch „Hortus Eystettensis“ von 1613. Hier ist die später als Aster linosyris bezeichnete Pflanze noch  unter dem Namen „Gülden Leinkraut“ (Linaria aurea) aufgeführt. In Pflanzenbüchern bis ins 19. Jahrhundert hinein werden Astern als „Sternblumen“  oder auch Sternkraut bezeichnet. Unter all diesen Arten gibt es auch viel schon im Frühling ab Mai blühende und sommerblühende Varianten. Wer die Vielfalt der Astern näher erforschen will, dem empfehle ich den Band "Astern" von Werner Schöllkopf  aus dem Verlag Ulmer. Es ist ein sehr botanisch/wissenschaftlich orientiertes Buch, in dem es weniger um aktuelle Gartensorten, sondern um eine fundierte Beschreibung der ungeheuer vielfältigen Variationen der Astern geht. Natürlich erfährt man hier auch alles Wissenswerte zu den Standortbedingungen - unabdingbar für den Erfolg im eigenen Garten. 




Sortentipps

Aster (x) versicolor 'Altweibersommer' - Kleinblütige Herbst-Aster                                      
Eine widerstandsfähige, sehr wüchsige (Achtung, Ausläufer!) Sorte mit langer Blütezeit und beachtlicher Standfestigkeit. Ihre von August bis Oktober erscheinenden fliederfarbenen Blüten wirken zart und wildblumenartig. Die Sorte wird zwischen 70 und 110 Zentimeter hoch.

Aster (x) amethystinus 'Freiburg' - Kleinblütige Herbst-Aster
Überaus reich blühende und hoch wachsende Herbstaster mit zarten Einzelblüten, die sich zu einer schleierförmigen Blütenwolke zusammenfügen. Sie ist sehr standfest, vital und  resistent gegen Krankheiten. Diese Aster liebt einen sonnigen Standort mit humosem, frischem Boden. Aster x amethystinus zählt zu den nordamerikanischen Astern und wächst an ihrem natürlichen Standort vor allem in Feuchtgebieten. ‚Freiburg’ wird 140-180 Zentimeter hoch, ihre lavendelblauen Blüten zeigt sie von Oktober bis November.


Aster cordifolius 'Little Carlow' - Blaue Wald-Aster
Aster cordifolius 'Little Carlow' -

Die Blaue Wald-Aster eignet sich besonders gut für die Verwendung am lichten halbschattigen Gehölzrand, sie kommt aber auch mit sonnigen Standorten gut zurecht. Die lockeren Rispen mit den vielen reinblauen Blüten wirken passen gut in naturnahe Pflanzungen. ‚Little Carlow’ wird 80-100 Zentimeter hoch und blüht von August bis Oktober.



Aster divaricatus - Weiße Wald-Aster
Trockenheits- und schattenverträgliche robuste Wild-Aster mit hübschen weißen Blütensternen und sehr dekorativen silbrigen Samenständen. An einem sonnigen Standort wächst sie aufrecht, im Schatten breitet sie sich liegend aus. Sie wirkt sehr schön zusammen mit Bergenien. Die weiße Wald-Aster bildet schnell größere Bestände und toleriert Wurzeldruck. Damit eignet sie sich hervorragend als Bodendecker an schattigen Standorten unter Gehölzen. Sie wird 40-60 Zentimeter hoch und blüht von August bis September.

Aster dumosus 'Blaue Lagune' - Kissen-Aster                                                                                                                                          'Blaue Lagune' ist eine großblütige und wüchsige Sorte mit leuchtend blauen Blüten. Sie erreicht eine Höhe von 50 Zentimetern und blüht von August bis September.

Aster dumosus 'Herbstgruß vom Bresserhof'
Aster dumosus 'Herbstgruß vom Bresserhof' - Kissen-Aster                                                       Diese ausgezeichnete vitale und wüchsige, sehr reich blühende Sorte hat kräftig rosa- bis lilarosa Blüten. Die Sorte wird 35-40 Zentimeter hoch und blüht von August bis September. 'Herbstgruß vom Bresserhof'  hat eine sehr gute Blattschmuckwirkung und eignet sich hervorragend für einen Platz in der ersten Reihen im Staudenbeet.

Aster novae-angliae ‚Herbstschnee’                  ‚Herbstschnee’  ist die einzige weißblühende Raublatt-Aster. Mit einer Blütezeit von August bis September zählt sie zu den früh blühenden Raublatt-Astern. Noch eine Besonderheit: draußen schließen sich ihre Blüten nachts, in der Vase bleiben sie jedoch offen. ‚Herbstschnee’ wird bis zu 120 Zentimeter hoch.

Aster pringlei ‚Pink Star’ Myrten-Aster (Aster ericoides)
‚Pink Star’ ist eine sehr standfeste, lange blühende, äußerst gesunde und robuste Myrten-Aster, die sich mit ihren verzweigten Blütenständen hervorragend als Schnittblume eignet. Ihre Blüten sind etwas größer sind als die der Aster ericoides-Sorten, wirken aber dennoch leicht und filigran. ‚Pink Star’ wird bis zu 100 cm hoch und blüht von September bis Oktober.

Aster pringlei ‚Pink Star’

In meinem Garten werden es jedes Jahr ein paar Astern mehr - denn wann sind die Blüten kostbarer als im Frühlingsanfang und im späten Herbst?

Montag, 19. August 2013

Gartenmöbel pflegen

                       
Heute gibt es bei "Gartenkunst oder Wege nach Eden" einen Gastbeitrag zu einem Thema, das die meisten Gartenfreunde beschäftigt - die richtige Pflege der Gartenmöbel  

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www.gartenmoebel-express.de gibt Tipps dazu in dem Beitrag:


"Wie pflege ich meine Gartenmöbel richtig?"
An allen Dingen nagt die Natur mit der Zeit, und ganz besonders an Gartenmöbeln, die für lange Zeit der Witterung mit Sonnenlicht, Feuchtigkeit und Hitze ausgesetzt sind. Bei mangelnder Pflege sinkt deren Schönheit abhängig vom Material schnell und die Lebensdauer ist entsprechend kurz. Bei der Pflege der Gartenmöbel gilt es, die Beschaffenheit der unterschiedlichen Materialien zu beachten. 
Pflegetipps für Gartenmöbel aus Holz: Gartenmöbel werden aus vielen verschiedenen, unterschiedlich belastbaren Holzarten hergestellt. Beliebt sind  einheimische Hölzer wie Eiche oder Kiefer aber auch aus exotisches Holz wie Teak oder Rattan. Besonders hochwertig sind Möbel aus Teakholz, das einen sehr warmen Farbton hat und sehr gut zu  mediterranen Gärten oder Terrassen passt. 


Gartenmöbel aus Teakholz / Bild: Flickr Crinkklecrankle(dot)com   

Ein bekannter Abnutzungseffekt ist die Bildung einer silbergrauen Patina, welche vor allem durch UV-Strahlung entsteht. Dabei zerstört das Sonnenlicht das Lignin im Holz, ein Stoff, der das Holz verdunkelt und ihm seine Festigkeit verleiht. Wird es vernichtet, ergraut das Holz und löst sich ab. Auch die Elastizität des Holzes leidet dadurch. Ist das Holz der Gartenmöbel erst ergraut und löst sich bereits oberflächlich ab, muss es abgeschliffen werden. Hier kommt Sandpapier zum Einsatz. Es sollte anfangs ein sehr grobkörniges Sandpapier (etwa 300er Körnung). Danach wird es immer feiner bis man zum Schluss mit 100er das Holz glatt schleift. Die darunter liegende Schicht sollte dann so präpariert werden, dass es nicht ebenfalls zum Grauwerden kommt. Hier kommen dann spezielle Öle oder Lasuren zum Einsatz, die man passend für die speziellen Holzarten wählen kann. Eine große Auswahl erhält man in jedem Baumarkt.Will man hingegen die oberste Schicht noch retten, weil z.B. das Holz sehr hochwertig ist oder man den Patinaeffekt beibehalten möchte, empfehlen sich Hartholz-Entgrauer, die mit Oxalsäure die obersten grauen Partikel entfernen. Diese können allerdings nicht beliebig oft verwendet werden.


Alte Gartenmöbel mit Patina / Bild:Flickr Crinklecrankle(dot)com

Zur Vorbeugung sollte man Holz mehrfach im Jahr mit speziellem Öl einlassen. Zweimal pro Jahr sollte hier bei normalen Gartenmöbeln ausreichen. Am besten im Frühjahr und im Herbst, bevor die Möbel winterfest gemacht werden. Das Öl zieht in das Holz ein, hält die Farbe frisch und elastisch und blockiert die UV-Strahlung, welche das Holz altern lässt. Alternativ dazu bietet sich auch an, die Holzmöbel mit Nanopartikeln zu versiegeln, die sich aufsprayen lassen. Allerdings ist hierbei zu beachten, dass diese Nanoversiegelungen im Vergleich zu alt Bewährtem ziemlich teuer sind. Allerdings wäre eine Versiegelung mit Nanoteilchen auch der beste Schutz vor Feuchtigkeit, die bei Holz in Fäule resultieren kann. Gerade bei rauen Hälzern wie Teakhölzer oder Rattan. Denn dazu muss verhindert werden, dass Wasser in die Zwischenräume des Holzes gelangt, was mit einer solchen Versiegelung meist sehr gut funktioniert.
Pflegehinweise für Gartenmöbel aus Metall:
Verglichen  mit Holzmöbeln sind Gartenmöbel aus Metall recht einfach zu pflegen. Wenn sie aus Edelstahl oder Aluminium gefertigt sind, muss man sich nicht einmal um Rost Gedanken machen. Bei Kratzern und anderen Oberflächenschäden kann Ausbesserungslack angebracht werden, der in derselben Farbe schimmert wie das Metall oder die Pulverbeschichtung. Es kann auch ein ganz normaler Lack aus dem Baumarkt verwendet werden der die gleiche Farbe hat wie die Beschichtung der Möbel. Bei Rostbefall muss dieser abgeschliffen werden. Wenn das Metall sehr stark angegriffen wurde, sollte die Schwachstelle zunächst mit einer Spachtelmasse gefüllt werden, bevor als nächstes Rostschutz und am Ende neuer Lack aufgetragen wird. Wichtig: Wenn der Rost erneut aufkommt, so handelt es sich vielleicht um ein schlechtes Metall. Hierauf  sollte vor allem bei neuen Gartenmöbeln  geachtet werden, die man gegebenenfalls reklamieren kann. 


Gartenmöbel aus Alu pulverbeschichtet / Bild:Flickr amandabhslater

Pflegetipps für Gartenmöbel aus Kunststoff:
Gartenmöbel aus Kunststoff, ganz besonders hochwertigem Material wie Polyrattan, bedürfen eigentlich noch weniger Pflege als Metallmöbel. Lediglich UV-Strahlung, die die molekularen Kunststoffatomketten aufspalten kann, führt im Laufe der Zeit zu einer Erbleichung und Versprödung der Möbel. Eine Präparierung mit UV-Schutz sollte daher erfolgen, wenn nicht schon vom Hersteller vorgenommen. Auch hier empfiehlt sich wieder eine Nanoversiegelung. Um dem ganzen zu entgehen, lohnen sich auch Gartenmöbelhüllen, welche man schon für wenig Geld im Baumarkt erwerben kann. 

Eine große Auswahl an Gartenmöbeln für jeden Geschmack aus verschiedenen Materialien von Alu bis zu Teakholz gibt es online  bei www.gartenmoebel-express.de

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