Gartenkunst oder Wege nach Eden

Gartenkunst

Gartenkunst geht über die Nutzbarmachung von Land hinaus zur ästhetischen Gestaltung - sie ist die Verbindung von gärtnerischer Arbeit und künstlerischer Kreativität


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Sonntag, 22. Januar 2017

Samenfest bei Rapunzel in Legau

Am Samstag, den 21. Januar fand bei Rapunzel in Legau das "Samenfest" statt. Für mich war es die erste Saatgutbörse die ich besuche - da ich in meinem Garten bisher von wenigen Ausnahmen abgesehen ohne eigene Aussaaten arbeite, war es für mich nicht so interessant. 
Hingefahren bin ich wegen Andrea Heistingers sehr informativen Seminar zum Thema "Kräuter richtig anbauen" in dem es vorwiegend um die verschiedenen Lebensbereiche der Kräuter ging. 
Danach schaute ich in die große Halle, wo für mich überraschend viele Anbieter von biologischem Saatgut ihre Stände aufgebaut hatten. Bekannte Firmen wie die Demeter Erzeuger Bingenheimer Saatgut und Sativa hatten ein riesiges Sortiment mitgebracht, aber auch kleinere Betriebe und einzelne Gärtner waren mit einer großen Auswahl an eigenem Saatgut vertreten.



Auch das Angebot an Büchern war sehr verlockend... die Buchhandlung Kappler (Leutkirch) hatte eine interessante Auswahl an Gartenbüchern mitgebracht, Andrea Fischer vom Himmel & Erde Versand hatte neben Saatgut vorwiegend vegetarische und vegane Kochbücher dabei.


Auf dem unteren Bild Saatgutkisten von Klaus Lang aus Wolfegg,


dessen Präsentation von Bohnensorten und alten Getreidesorten mich in den Bann zog. Ich muss zugeben, dass mir zum ersten Mal klar wurde, dass es mehr Sorte der besonders robusten Feuerbohnen gibt als man im "normalen" Saatguthandel bekommt.


Von Klaus Lang erfuhr ich, dass er die verschiedenen Getreidesorten per Hand (bzw. mit einem Dreschflegel in der Hand...) in einem Kopfkissenbezug drischt und nachher mit Sieben reinigt. Gut zu sehen war, dass die Körner vieler alten Urgetreide sich kaum vom Spelz trennen lassen.


Margot Paucke (Bild unten) ist in der Allgäuer Permakulturszene (siehe ReWig Allgäu) bekannt - hier sie bietet Saatgut aus ihrem Selbstversorgergarten in Heuwang (Unterthingau) an. Im Winter gibt die quirlige Gartenexpertin Kurse für biologischen Gartenbau.


Die Allgäuer Holzbildhauerin Lucia Hiemer (im Bild unten ganz rechts) ist nicht nur eine gefragte Künstlerin, sondern inzwischen auch engagierte (Permakultur)Gärtnerin und hatte ebenfalls eine reiche Auswahl an Blumen- und Gemüsesaatgut aus dem eigenen Garten dabei.
Foto: Rapunzel
Regionaler als bei diesen drei Quellen kann man im Allgäu wohl kaum Saatgut erwerben. 

Hier ein Link zu Videoaufzeichnungen der Vorträge der Veranstaltung: http://www.rapunzel.de/samenfest

So groß war der Andrang beim Samenfest.. rechts Klaus Lang an seinem Stand. Foto: Rapunzel
 

Die nächsten Saatguttage in der Region:

25. Februar 2017: Bio-Saatgut-Tag in der Bio-Gärtnerei Christian Herb in Kempten von 8.30-14.00

4. März 2017: 1. Oberschwäbisches Saatgut-Festival in Bad Schussenried, Stadthalle, Schulstr. 22

12. März 2017: 4. Dinkelsbühler Samenfest (ok, das ist nicht mehr ganz regional aber sicher einen Besuch wert)

8. April 2017: Saatgut-, Regio- u. Ökomarkt in Illertissen in der Schranne und auf dem Schrannenplatz mit dem Schwerpunkt Chili und Bienen. 9.00-17.00

Wer noch mehr Veranstaltungen kennt, ich freue mich über Kommentare...

Eine gute Zusammenstellung von Bezugsquellen für Bio-Saatgut hat Eva Schumann bei "Tinto bloggt" zusammen gestellt:
Wo kauft man samenechte Sorten - Biosaatgut - alte Sorten

und ebenfalls die andere Seite:

Monsanto in meinem Garten
und "Monsanto als ungebetener Gast im Garten"

Danke an Martina Meidinger für diesen interessanten Link:
https://www.nutzpflanzenvielfalt.de/termine

Sonntag, 20. März 2016

Frühling in den Stauden und das Blattwerk von Bergenien

Die Staudensaison ist eröffnet - am Samstag den 19.03 lud die Staudengärtnerei Gaissmayer zum traditionellen "Frühling in den Stauden". Das Wetter zeigte sich von seiner schönsten Seite und zahlreiche Besucher nahmen die Gelegenheit zu einer Führung durch das Mutterpflanzenquartier der Gärtnerei an. Im Café Grün fand man zeitweise nur noch schwer einen Platz - viele genossen ihren Kaffee auch draußen an der Sonne. 
Jedes Mal wenn ich die Gärtnerei besuche, fallen mir bestimmte Pflanzen auf - dieses Mal war es ein Leberblümchen das es mir besonders angetan hatte. Das "Siebenbürger Leberblümchen' wird zehn bis fünfzehn Zentimeter hoch und breitet sich an halbschattigen bis schattigen Standorten nach und nach flächig aus. Eine Frühlingsschönheit, die ich mir sicher für den Garten holen werde sobald ich einen guten Platz dafür weiß.



Hepatica transsilvanica - Siebenbürger Leberblümchen Foto© Barbara Ehlert 2016

Interessant fand ich auch die Kombination von kleinen gelben Narzissen mit einem schmalblättrigen Gras, das recht verwuschelt wirkte.


Foto© Barbara Ehlert 2016

Ansonsten schaute ich mir den Zustand einiger Blattstauden näher an. So wirkte z.B. die Heuchera 'Purple Petticoats', die ich wegen der markanten Blätter sehr schätze, in ihren Töpfen sehr "ausgewachsen", sie schob längere stakelige Triebe. Die ebenfalls sehr dunkel laubige 'Plum Pudding' hingegen war noch sehr kompakt. Da ich nicht weiß, wie lange diese Pflanzen schon in den Töpfen stehen, ist diese Beobachtung jedoch noch nicht wirklich aussagekräftig. Gut durch den Winter gekommen war offensichtlich die Penstemon Digitalis Sorte 'Husker's Red', deren rotes Laub auch in meinem Garten für die Jahreszeit sehr gut aussieht.
Das beste "Winterlaub" hatten die Bergenien - besonders die Sorten 'Oeschberg' und die rötlich braune, aufrecht stehende 'David'.


Bergenia 'David' Foto© Barbara Ehlert 2016
Heute machte ich mich an den Vergleich der Bergenien in meinem Garten. 'Oeschberg' hat zwar gesunde, kräftig gefärbte Blätter, die durch den vielen nassen Schnee im März jedoch sehr platt gedrückt sind. 


Bergenie 'Oeschberg' im März Foto© Barbara Ehlert 2016

Bergenie 'David' Foto© Barbara Ehlert 2016

Die ähnlich gefärbte 'Eroica' hat kleinere Blätter, die den Schneedruck schöner überstanden haben. 'David' sieht auch bei mir sehr proper aus, er wäre auch in schneereichen Gegenden eine gute Einfassungssorte.


Bergenie 'Eroica' Foto© Barbara Ehlert 2016


Bergenie 'Purpurglocken' Foto© Barbara Ehlert 2016

'Purpurglocken', die ich wegen ihrer dunklen purpurvioletten Blüten liebe, verschmilzt fast mit dem Herbstlaub. 'Herbstblüte' schiebt schon die ersten Knospen, gefährlich früh wenn man an die noch ausstehenden Fröste denkt. Die absolute Überraschung in puncto Blattschönheit ist 'Rotblum', ihr ist nicht das kleinste bisschen Schädigung durch Frost und Schnee anzumerken. 


Perfektes Blattwerk: Bergenie 'Rotblum' Foto© Barbara Ehlert 2016

Zum Abschluss noch ein Frühlingsgruß aus meinem Garten - Crocus etruscus 'Zwanenburg', dessen zarte Farbe an der Sonne wunderbar leuchtet (merke - mehr Krokusse in hellen Blautönen pflanzen…) und die bemerkenswerte, inzwischen in vielen Gärten anzutreffende Zwerg Iris 'Katherine Hodgkin'. In meinem mediterranen, sprich trockenen und nährstoffarmen Hochbeet vermehrt sie sich nicht nur prächtig, sondern kommt zwischen den Lavendelsträuchern auch besonders gut zur Geltung. Ein kleines Wunder, denn auch dort lag am 15. März noch eine gehörige Ladung Neuschnee.



Crocus etruscus 'Zwanenburg' Foto© Barbara Ehlert 2016

 Zwerg Iris 'Katherine Hodgkin' Foto© Barbara Ehlert 2016

Zwerg Iris 'Katherine Hodgkin' Foto© Barbara Ehlert 2016


Sonntag, 21. Februar 2016

Schneeglöckchenzeit

Seit Wochen blühen die Schneeglöckchen nun als erste Frühlingsboten in Deutschland. Die ersten sind schon da, sobald der Schnee schmilzt. Auf dem Bild ein paar ganz "einfache" Galanthus nivalis in meinem Garten im Allgäu. Bis zum letzten Jahr waren Schneeglöckchen für mich einfach Schneeglöckchen und ich hörte am Rande von dem Kult, der sich um den kleinen Winterblüher entwickelt hat. Ab Februar ging es bei meinen Facebook-Gartenfreunden bevorzugt um dieses Thema. 

Foto© Barbara Ehlert 2014

Dieses Jahr gibt es nicht viel Schnee, und die Glöckchen entwickeln sich ganz frei auf dem Rasen

Foto© Barbara Ehlert 2016
Foto© Barbara Ehlert 2016


Anfang März vor zwei Jahren besuchte ich die Helleborustage im Hortus Janke in Hilden und schaute mir natürlich den ganzen Garten an. Im Schattengarten fielen mir Tuffs von sehr schönen großblumigen Schneeglöckchen auf. Es handelte sich um die früh blühende Sorte 'Bill Bishop', die sich dort so prächtig entwickelt hat. Dieses Schneeglöckchen mit den großen Blüten ist sehr wüchsig und gilt als gute, unkomplizierte Anfängersorte. Es stammt aus dem Garten des Schneeglöckchenspezialisten Bill Bishop in Herefordshire.

Galanthus 'Bill Bishop' Foto© Barbara Ehlert 2014


Galanthus 'Bill Bishop' Foto© Barbara Ehlert 2014

Neben einigen Helleborus-Pflanzen nahm ich am Stand von 'Evolution Plants' nach Beratung durch den netten Gärtner (es sollte robust sein, wüchsig und nicht so teuer) mein erstes "Sortenschneeglöckchen" mit - Galanthus elwesii 'Maidwell L'. Es ist eine Sorte von Oliver Wyatt aus seinem Garten Maidwell Hall und wird laut Galanthomanie.de inzwischen unter dem Namen 'Midwinter' verkauft.
Es hat sich bis jetzt sehr schön entwickelt, obwohl der Tuff noch klein ist, ist er schon ein richtiger Hingucker.  


Galanthus elwesii 'Maidwell L' Foto© Barbara Ehlert 2016


Im Herbst habe ich noch ein Tütchen mit Zwiebeln von Galanthus nivalis 'Flore Pleno' vergraben, die inzwischen ihre Blätter zeigen aber sich mit der Blüte noch Zeit lassen. Eigentlich soll man die Glöckchen ja "in the green" direkt nach der Blüte pflanzen weil die Zwiebeln schnell austrocknen, aber in diesem Fall scheint es geklappt zu haben.
Leichtsinnigerweise bin ich in diesem Winter nicht nur der FB-Gruppe "Zwiebelzauber", sondern auch noch den "Galanthusfreunden" beigetreten. Was soll ich sagen, die erste Bestellung an neuen Schneeglöckchensorten ließ nicht lange auf sich warten, und dank des milden Wetters konnte ich im Februar 'Brenda Troyle', 'Hippolyta', 'Straffan', 'Sir Herbert Maxwell', 'James Backhouse' und die 'Blonde Inge' im neu deklarierten Schneeglöckchenbeet ansiedeln. Meine stammen aus der Staudengärtnerei Thomas Eidmann, die Sortenliste kann man sich schicken lassen. Nun heisst es warten wie die Schätzchen sich bis nächstes Jahr entwickeln…


'Maidwell L' oder nun 'Midwinter' zeigt ein grünes X unter dem Röckchen Foto© Barbara Ehlert 2016


Einige meiner Gartenfreunde haben sich am Wochenende auf dem Sneeuwklokjesfeest in der Gärtnerei De Boschhoeve in Holland getroffen (Erkennungsmerkmal: die Schneeglöckchenmütze) und Lis vom Lindenhof hat zum Schneeglöckchenkaffee eingeladen. Und sie fragt sich, ob sie inzwischen von der Galantophilie befallen ist… (Lis, ich glaube wir bewegen uns in eine ähnliche Richtung, und ich fürchte, es ist ansteckend!)
Apropos Galantophilie, die hat in England schon eine lange Tradition und wurde zwischen 2004 und 2009 durch gartenreisende Staudenfreunde nach Deutschland eingeschleppt (siehe Galanthour). Seitdem verbreitet sie sich auch hier in rasendem Tempo und findet laufend neue "Opfer". Befallene Gartenfreunde müssen inzwischen nicht mehr ins "Mutterland" reisen oder dort bestellen. In Deutschland entstehen Jahr für Jahr neue Galanthus-Events und etliche Gärtnereien bieten inzwischen auch bei uns Futter für die schöne Sucht. Der bescheidene Schneeglöckchenliebhaber findet zahlreiche schöne und relativ preisgünstige Sorten, wobei der unbefallene Hobbygärtner vermutlich schon den Preis von an die zehn Euro pro Zwiebel für völlig irrsinnig hält. Aber das ist eine Frage der Relation - eingefleischte Sammler legen für besonders begehrte Sorten auch mehrere hundert Euro hin.

Die Gartenfotografin Lisa Valider zeigt, wie man schöne Fotos von den Winzlingen macht - es ist eindeutig schwieriger, als Tulpen oder Pfingstrosen ins rechte Bild zu rücken! Siehe
"How to create beautiful photos of snowdrops"


Galanthus nivalis und Winterlinge - eine tolle Kombination! Foto© Barbara Ehlert 2016


Wer nun Lust hat, sich mit der Vielfalt der Schneeglöckchen näher zu befassen, es gibt in der nächsten Zeit einige Möglichkeiten Märkte in Deutschland zu besuchen:
20./21.02. Schneeglöckchenmarkt Kloster Ihlow, Ostfriesland
27./28.02. Oirlicher Schneeglöckchentage, 41334 Nettetal
5./6.03 Schneeglöckchentage im Luisenpark Mannheim
5./6.03. Schneeglöckchentage von Ehren, Hamburg
12.03. 11-17.00 Schäferei Stücke, 32584 Löhne Westfalen
für den  Schneeglöckchenmarkt beim Kloster Ihlow in Ostfriesland am 20./21.02. ist es etwas zu spät, aber vielleicht dann im nächsten Jahr

Buchtipps zur Orientierung:





"Schneeglöckchen - Zauber in Weiß" von Günter Waldorf zeigt 300 Sortenporträts mit Bild
"Das Schneeglöckchen ABC" von Maria Mail-Brandt stellt 800 Sorten und Wildarten vor
(Amazon Affiliate Links mit Blick ins Buch bei Klick auf die Bilder)




Und wer von Schneeglöckchen gar nicht genug bekommen kann, ich habe hier von Schneeglöckchenservietten, einem Schneeglöckchenstempel und Schneeglöckchenohrringen ein paar nette Dinge zusammen gefasst...





Bei weiterer Suche habe ich festgestellt, dass es noch viel, viel mehr Objekte zum Thema Schneeglöckchen gibt als ich mir vorstellen konnte. Deckenleuchten, Mousepads, Handytaschen, Gartenfiguren, Tischläufer aus Plauener Spitze und noch so einiges mehr. Man braucht also nicht wirklich einen Garten, um die Schneeglöckchenzeit zu feiern, sondern kann gleich nach dem Abräumen der Weihnachtsdekoration auf Schneeglöckchen umsteigen. Und in der Kombination Osterhase und Schneeglöckchen geht es dann fließend weiter. Aber seht selbst…










Dienstag, 9. Juni 2015

Päonia rockii - zarte Blüten, robuste Pflanzen

Päonia rockii sind eine aus China stammende Wildart der Baum- oder Strauchpfingstrosen, die sich durch hohe Winterhärte und gute Wüchsigkeit auszeichnen. Charakteristisch für die "Rockies" sind die  dunklen Basalflecken auf den Blütenblättern. Sie blühen als früheste Pfingstrosen und sind ein Höhepunkt in meinem  Gartenjahr. Sie sind nicht nur zur Blütezeit schön - sobald die Pflanze austreibt wirkt sie attraktiv und spätestens wenn die Knospen sichtbar werden ist die Vorfreude groß. Auch die Samenstände sind dekorativ. Die ganze Pflanze wirkt ähnlich wie ein kleiner grüner Zierahorn. Je nach Sorte werden sie bis zu 180 cm hoch und können ebenso breit werden. Man kann sie in der Gartengestaltung als Ziersträucher einsetzen, ihr Laub färbt sich im Herbst rötlich. Es gibt ungefüllt, halbgefüllt und stark gefüllt blühende Sorten in Farben von weiß über rosa und rot zu violetten Tönen.


Traumhafte Schönheit: Päonia rockii R 54 Picotee Ebert © Barbara Ehlert 2015

In meinem Garten habe ich vier dieser Schönheiten, eine weiße gefüllte, eine in zartem Violett, eine "Picotee" mit dunklem Rand und eine in kräftigerem Violett. 
Auf den folgenden Bildern entfaltet sich 'Katrin', eine mittelfrüh blühende Sorte mit riesigen halbgefüllten Blüten.

Päonia rockii 'Katrin' © Barbara Ehlert 2015

Päonia rockii 'Katrin' © Barbara Ehlert 2015

Päonia rockii 'Katrin' © Barbara Ehlert 2015

Die früheste im Reigen ist diese gefüllte Sorte des Züchters Ebert, die ich unter der Bezeichnung "R 55 Ebert" bestellt habe. In Carsten Burkhardt's Web Project Paeonia findet sich mehr über die Ebert-Päonien.

Päonia rockii R 55 Ebert © Barbara Ehlert 2015

Ein absoluter Traum ist "R 54 Zuchau (Picotee) Ebert" - sie hätte wahrlich einen poetischeren richtigen Sortennamen verdient!

Päonia rockii R 54 Picotee Ebert © Barbara Ehlert 2015
Päonia rockii R 54 Picotee Ebert © Barbara Ehlert 2015

Päonia rockii R 54 Picotee Ebert © Barbara Ehlert 2015


Die dunkelste unter meinen Rockiies ist 'Souvenir de Ingo Schiewe', eine 
Auslese aus dem botanischen Garten Düsseldorf, der an den früh verstorbenen Gärtner Ingo Schiewe erinnert.

Päonia rockii 'Souvenir de Ingo Schiewe' © Barbara Ehlert 2015

 Diese weiße Päonie ist wieder eine Ebert-Züchtung mit der Bezeichnung "R63 Zuchau Ebert"

Päonia rockii R 63 Zuchau Ebert © Barbara Ehlert 2015

Päonia rockii R 63 Zuchau Ebert © Barbara Ehlert 2015

'Souvenir de Ingo Schiele' in den letzten Sonnenstrahlen - das wärmere Licht verfremdet den Farbton

Päonia rockii 'Souvenir de Ingo Schiewe' © Barbara Ehlert 2015

Päonia rockii 'Souvenir de Ingo Schiewe' © Barbara Ehlert 2015



Meine Pflanzen habe ich von Tetzlaff (pfingstrosen-paradies.de/rockii-hybride-sorten) und aus der Pfingstrosengärtnerei Steffen Schulze (strauchpaonien/rockii-hybriden).
Es ist etwas spät in der Saison für diesen Post - wo doch die Rosenzeit schon begonnen hat! - aber ich wollte ihn dennoch nicht bis ins nächste Jahr schieben. 
Die Pflanzzeit für Päonien ist im Herbst. Die Strauchpäonien werden im Gegensatz zu den Staudenpäonien tiefer gepflanzt, sie entwickeln sich aber schneller und zeigen meist im zweiten Jahr die ersten Blüten. 

Freitag, 15. Mai 2015

Neue Entdeckungen beim Staudengärtner

Nachdem der eigene Garten nach dem Urlaub inzwischen wieder ganz "gut in Schuss" ist, habe ich mich am Mittwoch auf den Weg in die Lieblingsgärtnerei nach Illertissen gemacht. Die Idee war, dort Strauchpfingstrosen zu fotografieren, nachdem meine Exemplare gerade so schön blühen und für die nächsten Tage schlechtes Wetter angesagt ist. Es kam dann nicht wie geplant, aber der Ausflug hat sich dennoch gelohnt.
Jedes Mal schleiche (und fotografiere) ich um den Etagenschneeball Viburnum plicatum herum, er ist mit seinen waagerecht ausgerichteten Zweigen einfach immer schön. Nur leider weiss ich nicht, wo ich diese prächtige Pflanze unterbringen könnte - mit etwa zwei Metern ist die Höhe zwar moderat, aber er wächst ausladend in die Breite. 

Viburnum plicatum mariesii 


Zunächst habe ich mir die Hosta im Mutterpflanzenquartier angesehen, die zur Zeit in leuchtender Frische völlig verschont von Hitze, Hagel und sonstigen möglichen Schäden dastehen. Hier einige Beispiele:

Hosta Hybride 'Clifford's Forest Fire'

Hosta Hybride 'Orange Marmelade' 

Hosta Hybride 'Gypsy Rose' 

Hosta Hybride 'Night before Christmas' 

Besonders die 'Gypsy Rose' hat es mir angetan, sie würde so gut zu meiner Sammlung von 'Striptease' Abkömmlingen passen - aber der Platz wo sie stehen ist eigentlich voll. Andererseits klingt "sehr wüchsig und gesund, heller Standplatz" sehr verlockend, sie kommt zumindest auf die Merkliste.

Vom Schattengarten ging es weiter zum Versuchsquartier und dem mediterranen Hügel mit den Iris. Für die meisten hohen Sorten war es noch zu früh, aber Iris barbata nana und media waren schon aufgeblüht, ebenso die frühe Iris germanica 'Florentina'. Die folgenden Sorten haben mir besonders gut gefallen:

Iris barbata media 'Morgendämmerung' 

Duftende Iris barbata media 'Vamp'

Iris barbata media 'Helen Proctor' 
Neben der dunklen 'Helen Proctor' steht ein großer Busch 'Colakraut' (Artemisia procera), der von der Optik sehr schön zu den Iris passt und die gleichen Ansprüche hat. Das zumindest kann ich daheim umsetzen! 

Iris barbata nana 'Dark Vader' 

Eine neue Entdeckung war die Iris germanica 'Florentina' nicht, aber die Kombination mit dem blühenden Thymian, wie sie auch auf Wildstandorten in der Toskana vorkommt fand ich so schön, dass diese Bild hier auch einen Platz bekommt. 



Auf dem Weg in Richtung Pfingstrosen fällt der leuchtende  Goldhopfen (Humulus lupulus 'Aureus') an dem Holzzaun ins Auge. Wenn ich so einen Zaun hätte…



Nun, die Strauchpfingstrosen waren noch nicht so weit… ich hatte nicht bedacht, dass meine blühenden Exemplare alles Rockii-Hybriden sind und die wie Stauden wachsenden intersektionellen Hybriden noch eine Weile bis zur Blüte brauchen. 
Umso mehr Zeit blieb für Erkundungen in den Gewächshäusern bei den verkaufsfertigen Pflanzen. Dabei entdeckte ich zwei weitere dunkellaubige Silberkerzen-Sorten, Cimifuga simplex 'Chocoholic' und 'Giant Strain'. Letztere Sorte wird über zwei Meter hoch und ist am passenden Platz bestimmt sehr eindrucksvoll. Ich hoffe, bei meinem nächsten Besuch sind noch welche übrig, falls ich einen Platz dafür finde. Ebenfalls interessant fand ich Lysimachia atropurpurea, den Purpur-Felberich. Das Blattwerk ist ganz anders als man es von Felberich kennt, graulaubig und sehr feine schmale Blätter. 
Im Verkaufsbereich der Schattenstauden sind zur Demonstration etliche große getopfte Hosta aufgestellt, eine gute Orientierungshilfe da man die Pflanzen in den kleinen Töpfen hinsichtlich ihrer späteren Wirkung kaum beurteilen kann.

Auf dem Weg Richtung Café und Museum fiel mir noch dieses gerade in schönes Licht getauchte Stillleben im "Schrottgarten" auf.


Eigentlich bin ich kein Fan von Schrott im Garten, aber diese Szenerie hat mir dennoch gefallen.
Mit großer Selbstbeherrschung fiel der Einkauf moderat aus, ein kleines Kistchen reichte leicht - aber der Wunschzettel ist schon wieder um einiges länger geworden.



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