Gartenkunst oder Wege nach Eden

Gartenkunst

Gartenkunst geht über die Nutzbarmachung von Land hinaus zur ästhetischen Gestaltung - sie ist die Verbindung von gärtnerischer Arbeit und künstlerischer Kreativität


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Mittwoch, 20. Mai 2015

Frische Ideen für die Balkon-Gestaltung

Nicht alle Garten- und Pflanzenliebhaber haben das Glück, einen eigenen Garten zu besitzen. Manch einer hat "nur" einen Balkon - und für viele ist der Balkon schon ein großes Glück und reicht ihnen als Außenbereich völlig aus.
Getreu dem Motto, dass der Platz umso wertvoller wird, je weniger man davon hat, sollte man sich den Balkon so schön wie möglich einrichten. Ob das dann bedeutet, möglichst viele Pflanzen darauf unterzubringen wie eine liebe fb-Freundin am Bodensee das mag (und im Hochsommer kaum noch Platz für einen kleinen Stuhl in ihrem Dschungel übrig hat) oder ob es um ein zusätzliches Ess- Arbeits- Raucher- oder Feierabendzimmer draußen geht - es gibt viele Möglichkeiten. 
Auf der Online-Platform "homify-Inspiration Wohnen!" habe ich einige Ideen gefunden, die ich hier gern vorstellen möchte. Sicher sind einige davon recht kostspielig, aber vielleicht geben sie dennoch Inspirationen die zu eigener Umsetzung anregen. Oder aber man gönnt sich das mal, wenn man kann.

(Achtung, dies ist ein gesponserter Artikel für den ich ein Entgelt bekomme - Thema und Auswahl des Inhalts, Texterstellung und Bildauswahl liegen allerdings bei mir und ich zeige hier nur was mir gefällt - und ich hoffe auch einigen Lesern). 

Rasa en Détail für den BUTLERS Gartenkatalog 2015 / Bildquelle homify.de

Weiße Klappmöbel mit vielen bunten Blumen - eine romantisch und fröhlich wirkende Gestaltung für Blumenliebhaberinnen.
Das ist fast der Stil meiner "Mitbewohnerin" in der untersten Etage, auf ihrer Terrasse sieht es ähnlich aus. (Und ja, die Frau ist Designerin ;-) ) 

Den kleinen Hängetisch für die Freiluft - Kaffeepause oder die Teestunde im Grünen finde ich nicht nur sehr praktisch, sondern auch vom Design her gelungen. Hier passt er sich mit seiner reduzierten und modernen Gestaltung ganz selbstverständlich einem verschnörkelten Eisengeländer an, ich schätze er macht sich zu jedem Stil gut sofern die Breite des Geländers passt.




Grundlegend ist ja zunächst der Boden - ein Bodenbelag aus einem stabilen natürlichen Material schafft gleich eine gemütliche Atmosphäre. Die Bambusplatten, die hier im Klicksystem verlegt werden, können beim Umzug ohne Probleme wieder mitgenommen werden. 

Boden von Bamboo for you / Bildquelle homify.de

Ist der Boden fertig, geht es je nach Bedürfnis der Bewohner entweder mit dem Sichtschutz oder den passenden Möbeln weiter. Dazu habe ich zwei Möglichkeiten gefunden, die beides vereinen. Das obere  Möbel bietet Sichtschutz, Pflanztrog und wenn "ausgezogen" Sitz- oder Abstellfläche in einem. Hier steht das Teil etwas zusammenhanglos herum, aber ich denke es lässt sich besonders gut auf einem kleinen Balkon verwenden.

Design: Conforti Tina Designer / Bildquelle homify.de

Diese eigentlich für den Garten gedachte Koje von Wittekind Möbel fände ich auf einem Balkon auch sehr gemütlich - man könnte sie so aufstellen, dass es Windschutz oder eben Sichtschutz bietet oder aber so, dass morgens oder abends die Sonne hinein scheint und man es draußen schön warm hat. In wärmeren Lagen wird man vielleicht mehr Wert auf den Schatten legen, die diese Koje spenden kann. Auf jeden Fall bietet sie ein lauschiges geschütztes Plätzchen. Vielleicht eine gute Idee als massgefertigtes DIY Projekt?


Bildquelle Wittekind Möbel UG 

Für kleine Balkone gibt es Tricks bei der Auswahl der Möbel - zum Beispiel machen transparente, filigrane Möbel den Eindruck einer größeren Fläche weil der Platz nicht gleich so voll wirkt. 


Balkontisch von Clément Lagneau / Bildquelle homify.de

Dieser flexible Tisch des französischen Designers Clément Lagneau wird zusammengeklappt zu einem mobilen Kräutergarten 

flexibler Balkontisch von Clément Lagneau / Bildquelle homify.de


Möbel, die man zusammenklappen, stapeln oder zusammenschieben kann halten den Platz flexibel - hat man viele Gäste, gibt es auf dem Balkon eben eine Stehparty mit Abstellmöglichkeiten, oder es geht einfach darum an einem sonnigen Tag den Wäscheständer rauszustellen ohne dass man sich zwischen den Gegenständen durchwinden muss. Im Zweifel ist der klassische Biertisch mit einer oder zwei Bänken dazu nicht die schlechteste Lösung, vor allem aber eine preisgünstige.

Für SEHR kleine Balkone gibt es ein paar nette Ideen, die irgendwo zwischen Möbel und Accessoire anzusiedeln sind. So diese kleinen Kunststofftischchen mit eingebauter Grünzone, die sich vielseitig verwenden lassen. Die nächsten beiden Bilder zeigen den Geländertisch Rephorm von Xact Solutions GmbH, Bildquelle wie alle anderen homify.de. 




Wer mag, kann sich an die Ecken ja reine Pflanztöpfe hängen und sie passend zur Jahreszeit bepflanzen. Gerade im Vorfrühling ist dieses Teil mit ein paar Hornveilchen oder wie hier mit Primeln bepflanzt ein stimmungsaufhellender Hingucker.

"Eckling" von Rephormhaus / Bildquelle homify.de


Zum Abschluss hätte ich noch zwei sehr platzsparende Futterstationen für die Vogelwelt , einfach an der Ecke oder aber an der  Glasscheibe angebracht.

"birdhouse DIN A4" von Olaf Riedel /Bildquelle homify.de

Transparentes Vogelhaus von Radius Design, Bildquelle homify


Wer mehr Ideen und Inspirationen sucht sollte sich hier einmal umschauen - unter über 5000 Bildern zum Thema Balkon, Veranda und Terrasse gibt es bei Homify noch Einiges zu entdecken. 
Über Pflanzen und Töpfe geht es dann später einmal in einem anderen Beitrag. 
Viel Spaß bei der Gestaltung von Balkonien! Und wer Ideen zur Gestaltung hat oder einfach Anmerkungen zum Thema, ich freue mich über Kommentare.

Sonntag, 1. März 2015

Kehlener Gartengespräche No. 1

Am Samstag, den 28.02., lud die Gartengestalterin Gerlinde Sachs zum ersten Mal zu dem "Mini-Workshop" unter dem Titel "Kehlener Gartengespräche" in ihren privaten Garten in Meckenbeuren ein. Meckenbeuren liegt im Bodenseegebiet zwischen Tettnang und Friedrichshafen. Da im Allgäu am Freitag ausgiebiger Schneefall die ersten Schneeglöckchen und an manchen Stellen sichtbaren grünen Flecken wieder völlig zugedeckt hat ein willkommener Anlass, dem Winter für ein paar Stunden zu entfliehen. Erst kurz vor Tettnang wechselte das Bild von bis dorthin vorwiegend geschlossener Schneedecke zu einem frühlingshaften Eindruck.
Auch in Meckenbeuren hatte es am Vortag noch einmal geschneit, davon war aber bis Mittag bei angenehmen Sonnenschein nichts mehr zu sehen.
Statt dessen gab es in dem gut eingewachsenen Staudengarten der Gartenplanerin blühende Schneeglöckchen, Märzenbecher, vereinzelte Krokusse und voll erblühte Helleborus zu sehen. 

 © Barbara Ehlert 2015 

Auf dieser Fläche (oberes Bild links)  ist im Sommer kein Boden mehr zu sehen, hier wachsen vorwiegend Hosta, Herbstzeitlose (unten rechts am Bildrand die ersten Austriebe von Colchicum), Elfenblumen und Farne.

© Barbara Ehlert 2015 

Die Blätter von Galanthus woronowii ähneln denen der Märzenbecher © Barbara Ehlert 2015 


© Barbara Ehlert 2015 

 Helleborus mit vorjährigen Blättern, die bei der unteren Pflanzen ganz nach außen liegen

© Barbara Ehlert 2015 

Aber wir waren ja nicht nur gekommen, um uns an den Pflanzen zu erfreuen, sondern um Tipps für die Gartenpflege im Vorfrühling zu bekommen und uns über unsere Erfahrungen auszutauschen.
Zunächst präsentierte Gerlinde uns ein kleines Wunderwerkzeug:  Eine japanische Staudensichel - handlich, preiswert, effektiv und sehr scharf. Da ich mit ihrer letzten Empfehlung, einem japanischen Staudenmesser, beste Erfahrungen beim Umpflanzen gemacht habe, werde ich mir das bald anschaffen. (Über Manufaktum oder Gartenbedarfversand Ward).


Japanische Staudensichel © Barbara Ehlert 2015 

Diese Sichel ist für den Rückschnitt von fest verwurzelten Pflanzen wie Gräsern, Taglilien und Fette Henne hervorragend geeignet. Der Schnitt geht damit viel schneller als mit einer Gartenschere und schont die Hände der Gärtnerin. Wie schnell schmerzen die Sehnen nach stundenlanger Arbeit mit der Gartenschere…


© Barbara Ehlert 2015 

Beim Rückschnitt von Helleborus-Blättern vom letzten Jahr muss mit der Gartenschere gearbeitet werden. Ein Tipp der Praktikerin: im Herbst kann man Helleborus auch mit der Heckenschere (nicht zu tief) abmähen und sich so eine Menge Arbeit im Frühjahr sparen. Die Blätter legen sich im Winter auf die Seite und sind deshalb anders als bei vielen horstigen Planzen nicht wirklich ein Schutz für die Staude. 
Auch bei früh austreibenden Gräsern (wie z.B. dem Reitgras) und bei Farnen ist der Herbstschnitt mit der Heckenschere zu empfehlen um die Arbeit zu vereinfachen. Ausgewählte Exemplare die zu einem schönen Winterbild des Gartens beitragen sollten jedoch bis zum Frühjahr stehen bleiben. 
Wo Elfenblumen mit frühen Geophyten wie Schneeglöckchen vergesellschaftet sind, ist ein Herbstschnitt sinnvoll.  Die Frühlingsblüher haben häufig schon ausgetrieben bevor man dazu kommt die Elfenblumen zurück zu schneiden und man muss dann sehr vorsichtig vorgehen. Man kann auf den Rückschnitt der Blätter aber auch völlig verzichten wenn einen das alte Laub optisch nicht stört, den Pflanzen schadet das jedenfalls nicht.


© Barbara Ehlert 2015 

Das Farnlaub kommt nicht auf dem Kompost, da sich die Farne sonst später überall im Garten finden - das gilt allerdings nicht für alle Arten. Der zierliche Frauenhaarfarn ist da ungefährlich, er vermehrt sich im Garten durch kleine Ausläufer - eine dankbare Pflanze für die Vergesellschaftung mit Hosta. 
Dabei wird das Thema "was kommt auf den Kompost" angeschnitten - sehr grobes Material (wie Stängel von Astern und vielen anderen Stauden) kommt bei Gerlinde Sachs nicht auf den Kompost, da sie diesen nach etwa einem dreiviertel Jahr verwenden möchte. Das grobe Material braucht unzerkleinert sehr viel länger, und die Arbeit das Schnittgut zu schreddern möchte sie sich sparen.
Ein weiteres Thema an diesem Nachmittag war der richtige Rückschnitt von Sträuchern. Faustregel:
"Wenn der Strauch gut geschnitten ist, sieht man nicht dass er geschnitten ist". Stark wachsende Sträucher wie Hasel, Sommerflieder, Hartriegel, Forsythie und Perückenstrauch vertragen einen radikalen Schnitt, man kann sie sogar alle paar Jahre auf den Stock setzen und sie so verjüngen. Bei langsam wachsenden Sträuchern jedoch gilt, "was versäbelt aussieht ist im Wachstum nachhaltig gestört und oft ganz ruiniert". Überlassen Sie ihre wertvollen Sträucher keinem "Gartenpfleger"…haben Sie schon mal eine radikal geschnittene Magnolie gesehen? Das ist ein Anblick der dem Pflanzenliebhaber Tränen in die Augen treiben kann…und es braucht, wenn es überhaupt gelingt,  viele Jahre und eine kundige Hand ein derart verstümmeltes Exemplar wieder zu einem harmonischen Wuchs zu bringen.
Ein besonderer Liebling von Gerlinde Sachs ist der Tellerschneeball  Viburnum plicatum 'Watanabe', dessen Etagenform sie jedes Jahr vorsichtig herausarbeitet. 
Auch bei den Rispenhortensien geht sie seht gezielt vor. Manche Gärtner  schwören darauf, diese im Frühjahr bis auf 15 Zentimeter zu stutzen - das ergibt lange Neutriebe mit jeweils einer riesigen Blüte an der Spitze. Eine Form, die besonders in Holland sehr beliebt ist. Gerlinde hingegen schneidet die Rispenhortensien so, dass sich eine verzweigte, schöne Strauchform entwickelt. Dafür nimmt sie die kräftigen Triebe bis auf ein oder zwei Augen zur nächsten Verzweigung zurück, schwache Triebe werden entfernt. Bei dieser Methode bleiben die Blüten kleiner, der Strauch wird standfester.


Auch die Katze hilft beim Einkürzen mit © Barbara Ehlert 2015 

Nachdem wir uns noch über langlebige Tulpen, pflegearme b.z.w. "pflegefreie" Stauden (Waldsteinie, Frauenhaarfarn, Elfenblumen, Liorope…) und andere Erfahrungen ausgetauscht haben ist die Sonne verschwunden und es zieht uns heimwärts ins Warme. 


Weiterer Termine der Kehlener Gartengespräche auf der Homepage von Gerlinde Sachs unter Workshops



Samstag, 26. April 2014

Vom Garten direkt in die Küche - schöne neue Gartenkochbücher

Passend zu Sehnsucht nach dem Landleben sind inzwischen einige Kochbücher erschienen, in denen der Anbau von Gemüse direkt mit ihrer Verwertung in der Küche und hochkarätigen Rezepten verbunden wird. Vor zwanzig Jahren in meiner Zeit als Gemüsegärtnerin mit großem ländlichen Garten habe ich mir dringend solch ein Buch mit nach Jahreszeiten geordneten Gemüserezepten gewünscht!
Unser erstes Buch dieser Art im Küchenbuchregal war "Natürlich Jamie", erschienen 2007 und inzwischen schon ein Klassiker des Genres. Der englische Originaltitel "Jamie at Home" passt besser, man sieht neben den Rezeptfotos den sympathischen "Naked Chief" im Garten werkelnd, beim Grillen, zwischen den Tomaten im Gewächshaus und im Herbst bei der Jagd. Viele Kapitel werden mit einem Garten bezogenen Teil unter dem Motto "So ziehe ich.." (…Kartoffeln, Rhabarber, Sommersalate, Kohl und Rüben, Erdbeeren, Sommersalate, Tomaten…..Zwiebeln bis zu Wintergemüse) beendet. Unter den Rezepten sind viele mit Fleisch und auch einige mit Fisch.
Das Kapitel  "nützliche Infos" bietet auf vier dicht bepackten Seiten Jamies Lieblingsgemüsesorten, Adressen von Bezugsquellen und Webseiten zum Anbau. Von den vielen im Laufe der letzten Jahre nachgekochten Rezepten (bei uns ist der Mann der Küchenchef) waren bis jetzt alle ein Hit, hätten wir bei einem Fest einige Exemplare dagehabt, so hätten wir etliche davon verkaufen können weil die Gäste so begeistert waren. Mit diesem Buch hängt die Messlatte also hoch!

Der Callwey-Verlag stellt jetzt mit dem 2014 erschienen Band "Barbara kocht" quasi ein weibliches Pendant vor:

"Barbara kocht - 100 Rezepte aus meinem Garten" von Barbara Bonisolli
Schon beim Auspacken freue ich mich an dem mit 21x27,5cm recht großformatigem Band mit dem Foto der Autorin im Garten und dem Titel in Prägedruck. Die Rückseite verheisst "Landlust in 100 Rezepten"
Neben den 100 Rezepten "mit dem Besten, was der Garten zu bieten hat"gibt es viele gute Tipps zum Eigenanbau. Die Foodfotografin Barbara Bonisolli bewirtschaftet seit mehr als zehn Jahren einen großen Gemüsegarten und spricht somit aus Erfahrung. Ob der eigene Standort für den Anbau von Artischocken und Quitten, Auberginen und Tomaten geeignet ist muss der Leser entscheiden, aber alle anderen erwähnten Gemüse lassen sich in jedem Garten in Mitteleuropa anbauen. 
Barbara Bonisollis Vater ist Italiener mit der typisch italienischen großen Liebe zum guten Essen, viele ihrer Rezepte wie z.B. "Spinatpizza mit Frühlingszwiebeln und Ricotta", "Linguine mit jungen Artischocken" oder "Lauwarme Pasta mit Tomaten und Mozzarella" stammen aus der italienischen Küche oder von dieser inspiriert. 
Im Vorwort schreibt Bonisolli von den Dreckbergen, die ihre drei Kinder an Regentagen durch die drei Türen in den Garten hereintragen, vom "Glück des eigenen Gartens und vom größeren Glück, wenn Sachen aus diesem Garten herein in die Küche kommen". Dass die Brennnessel-Maultaschen sie dreimal glücklich machen, "Erstens, wenn man die Brennnesseln an der richtigen Stelle im Garten stehen lässt und sie in der Abendsonne betrachtet" spricht mir aus der Seele, denn für diesen Anblick kann ich mich auch sehr begeistern (auch wenn die wenigen Brennnesseln in meinem Garten nicht schön in der Abendsonne stehen).


Brennesseln in der Abendsonne Foto©Barbara Ehlert 2013
Der letzte Satz im Vorwort lautet "So ist mein Buch zu verstehen: eine Sammlung von Erfahrungen und guten Tipps - unter Freunden". Dieses Motto zieht sich durch den ganzen Band, der in der Danksagung mit der Widmung endet "Für meinen Vater Luigi Bonisolli". Da wird es mir sehr warm ums Herz…
Am Anfang des Buches gibt es ein  nach Jahreszeiten gegliedertes Register in dem auch die Specials zu den Themen Bienen, Pasta, Hühner und Brot sowie die auf verkürzten Seiten als Einschub gestalteten Sonderthemen rund um den Garten bei denen es unter anderem um Saatgut, Erde, Wasser, Ernte und Vorrat geht. Am Ende des Buches gibt es noch ein Register mit den Hauptzutaten von Äpfeln bis zum Rhabarber. Avocado, Geflügel (außer vielleicht ein Suppenhuhn), Lamm, Meerestiere und Ricotta stammen zwar nicht aus Bonisollis Garten, sind dort aber auch aufgeführt. Am Anfang der jahreszeitlichen Kapitel gibt es jeweils einen Index mit den einzelnen Rezepten. 

Lust auf ein Butterbrot mit frischen Radieschen? 


Die Rezepte klingen sehr verheissungsvoll, die meisten davon sind auch für nicht allzu ambitionierte Köche sehr gut zu realisieren - bodenständig, mit überschaubaren und leicht zu beschaffenden Zutaten und mit sehr einladenden Fotos bebildert.

Da es gerade so gut passt, haben wir das Rezept für die "Bärlauchblütenkapern" gleich ausprobiert. Sie sind bei uns gerade im richtigen Stadium, schon groß aber noch nicht zu kurz vor dem Aufgehen (wenn sie schon fast offen sind, platzen sie beim Blanchieren auf und der Kaperneffekt ist dahin).





Frisch gesammelte Bärlauchblütenknospen (die Mengenangabe ist für 80 Gramm, in dem Sud kann man aber nach und nach eine größere Menge blanchieren) werden gewaschen,





dann blanchiert man sie für zwei Minuten in einem Sud aus 550 ml Apfelessig, 350 ml Wasser, zwei Esslöffeln Salz  und einem Lorbeerblatt. Danach lässt man sie in einem Sieb abtropfen und auf einem Küchentuch eine Weile trocknen.





In der Zwischenzeit schneidet man eine Chilischote (ohne Samen und Scheidewände) in feine Streifen und schält die Schale einer Bio-Orange mit einem Zestenschneider ab.
Die angetrockneten Bärlauchknospen werden dann mit den Chilistreifen und den Orangenzesten in ein Glas gegeben und mit Olivenöl bedeckt. Nun kommt der schwierigste Teil: Abwarten und ziehen lassen!
Im Buch ist das alles in der Reihenfolge besser erklärt und natürlich gibt es neben dem Rezept eine genaue Zutatenliste.




Der Gartenaspekt weckt in mir große Lust, ein Stück Rasenfläche umzugraben um doch wieder Platz für Gemüseanbau zu schaffen. Andererseits gibt es bei uns auch ein großartiges Angebot an regionalem Bio-Gemüse, und dann kann man immer das kochen, worauf man gerade am meisten Lust hat…Die Grundzutaten für Rezepte mit Bärlauch, Rhabarber, Himbeeren, Holunder, Kräutern, Johannisbeeren und Zwetschgen liefert sogar unser Blumengarten zur gegebenen Zeit.
Für mich ein Herzensbuch für den eigenen Gebrauch und ein sehr schöner Geschenktipp für Freunde mit Liebe zum Kochen und Gärtnern.








Barbara Bonisolli
100 Rezepte aus meinem Garten
2014. 320 Seiten, 356 Farbfotos
21 x 27,5 cm, gebunden mit Leseband, verkürzte Seiten mit Papierwechsel
€ [D] 36,00 / € [A] 37,10 / sFr. 47,90

ISBN: 978-3-7667-2072-6

(der Link führt auf den Shop des Callwey Verlags)





Über die Autorin

Barbara Bonisolli ist erfolgreiche Food-Fotografin und moderiert ihre eigene Garten- und Kochsendung im Fernsehen. Seit über zehn Jahren lebt sie mit ihrer Familie, einer Katze, Laufenten, Hühnern und fünf Bienenvölkern am Starnberger See bei München und hat dort ihren Traum von einem Landgarten realisiert. Weitere Infos unter www.bonisolli.de


"Vegan regional saisonal - einfache Rezepte für jeden Tag" 
von Lisa Pfleger
Heute angekommen und deshalb was das Ausprobieren betrifft stark im Nachteil ist "Vegan regional saisonal - einfache Rezepte für jeden Tag" von Lisa Pfleger, erschienen im April 2014 im Verlag Ulmer. Von mir mit Spannung erwartet, weil ich dem Blog der beiden Selbstversorger Lisa und Michael schon eine ganze Weile folge und mich freue, dass es von Lisa nun ein eigenes Kochbuch gibt. 

Auch dieser liebevoll gemachte und schön bebilderte Band ist nach Jahreszeiten gegliedert. Es geht inhaltlich auch nicht um den Garten, sondern um Rezepte - das aber unter Verwendung selbst gezogener oder gesammelter Grundzutaten. So gesehen passt das Buch hier gut dazu. Dass Lisa in einer wärmeren Region lebt als ich sehe ich gleich an den Frühlingsrezepten - für die optisch sehr ansprechende "Flower Power Pizza" braucht man neben grünem Spargel und saisonalen Blüten auch frische Erbsen, die in meinem Garten im Frühjahr noch nicht reif wären. Beim ersten Durchblättern wird sofort klar, dass auch Veganer mit Schwerpunkt Selbstversorger nicht darben müssen, so bunt und abwechslungsreich sind die Rezepte. 
Schön als Detail und von hohem Nutzwert ist der Saisonkalender Gemüse und Obst vorn sowie der  Saisonkalender Wildpflanzen und Blüten hinten auf den Innenseiten des Buchdeckels.
Die jahreszeitliche Gliederung auf Seite vier und fünf ist unterteilt in die Bereiche "Suppe und Salat", "Hauptgerichte", "Brotzeit & Snacks" und "Süßes", dazu noch ein Oster- und ein Weihnachtsmenü. Ein Kapitel ist den Grundrezepten gewidmet. 
Ein Schwerpunkt sind Mehlspeisen, was zusammen mit dem recht "unverkrampften Umgang mit Zucker" typisch österreichisch wirkt. 
Warum eine Soße auf Mehlbasis bei den Grundrezepten als "Käse"soße (auch dort in Anführungsstrichen) bezeichnet wird ist mir unklar, denn sie hat auch geschmacklich sicher kaum Ähnlichkeit mit einer Käsesoße. Aber das nur am Rande.  Gewöhnungsbedürftig für alle, die mit genauen Gewichtsangaben kochen, sind die Mengenangaben in Tassen. Wie groß ist eine Tasse? Man kann es zurückrechnen und sich die passende Maßtasse im eigenen Haushalt aussuchen - wenn ein Päckchen Trockenhefe für 500 Gramm Mehl reicht und im Grundrezept 2,5 Tassen Mehl angegeben sind...Über die Trockenhefe mag man als Purist streiten, allerdings macht sie beim Landleben ohne Geschäft in der Nähe absolut Sinn. 
Gegenüber manch anderen veganen Kochbüchern ist die Verwendung von Soja als Zutat bei Lisas Rezepten relativ wenig vertreten.
Bilder und Kommentare zu nachgekochten Rezepten folgen später…es gibt viele, die spontan zum Ausprobieren einladen. Ob das etwas komplizierte Gericht "Sauerkraut-Pilz-Mohn-Maultaschen mit Brennesselspinat uns wohl schmecken würde? Laut Lisa lohnt sich der Aufwand - auf einen Versuch lassen wir es ankommen…
Die meisten Rezepte sind sehr gut für Koch-Anfänger geeignet. Das Buch würde ich auch Nicht-Veganern mit Freude an selbst erzeugten Gartenprodukten und Spaß an Experimenten empfehlen.


Hier geht es zur Direktbestellung bei Ulmer:
Einfache Rezepte für jeden Tag. Lisa Pfleger. 2014. 
192 S., 150 Farbfotos, geb. 
ISBN 978-3-8001-8068-4. € 19,90

und hier zu Lisas und Michaels "Experiment Selbstversorgung






Montag, 19. August 2013

Gartenmöbel pflegen

                       
Heute gibt es bei "Gartenkunst oder Wege nach Eden" einen Gastbeitrag zu einem Thema, das die meisten Gartenfreunde beschäftigt - die richtige Pflege der Gartenmöbel  

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www.gartenmoebel-express.de gibt Tipps dazu in dem Beitrag:


"Wie pflege ich meine Gartenmöbel richtig?"
An allen Dingen nagt die Natur mit der Zeit, und ganz besonders an Gartenmöbeln, die für lange Zeit der Witterung mit Sonnenlicht, Feuchtigkeit und Hitze ausgesetzt sind. Bei mangelnder Pflege sinkt deren Schönheit abhängig vom Material schnell und die Lebensdauer ist entsprechend kurz. Bei der Pflege der Gartenmöbel gilt es, die Beschaffenheit der unterschiedlichen Materialien zu beachten. 
Pflegetipps für Gartenmöbel aus Holz: Gartenmöbel werden aus vielen verschiedenen, unterschiedlich belastbaren Holzarten hergestellt. Beliebt sind  einheimische Hölzer wie Eiche oder Kiefer aber auch aus exotisches Holz wie Teak oder Rattan. Besonders hochwertig sind Möbel aus Teakholz, das einen sehr warmen Farbton hat und sehr gut zu  mediterranen Gärten oder Terrassen passt. 


Gartenmöbel aus Teakholz / Bild: Flickr Crinkklecrankle(dot)com   

Ein bekannter Abnutzungseffekt ist die Bildung einer silbergrauen Patina, welche vor allem durch UV-Strahlung entsteht. Dabei zerstört das Sonnenlicht das Lignin im Holz, ein Stoff, der das Holz verdunkelt und ihm seine Festigkeit verleiht. Wird es vernichtet, ergraut das Holz und löst sich ab. Auch die Elastizität des Holzes leidet dadurch. Ist das Holz der Gartenmöbel erst ergraut und löst sich bereits oberflächlich ab, muss es abgeschliffen werden. Hier kommt Sandpapier zum Einsatz. Es sollte anfangs ein sehr grobkörniges Sandpapier (etwa 300er Körnung). Danach wird es immer feiner bis man zum Schluss mit 100er das Holz glatt schleift. Die darunter liegende Schicht sollte dann so präpariert werden, dass es nicht ebenfalls zum Grauwerden kommt. Hier kommen dann spezielle Öle oder Lasuren zum Einsatz, die man passend für die speziellen Holzarten wählen kann. Eine große Auswahl erhält man in jedem Baumarkt.Will man hingegen die oberste Schicht noch retten, weil z.B. das Holz sehr hochwertig ist oder man den Patinaeffekt beibehalten möchte, empfehlen sich Hartholz-Entgrauer, die mit Oxalsäure die obersten grauen Partikel entfernen. Diese können allerdings nicht beliebig oft verwendet werden.


Alte Gartenmöbel mit Patina / Bild:Flickr Crinklecrankle(dot)com

Zur Vorbeugung sollte man Holz mehrfach im Jahr mit speziellem Öl einlassen. Zweimal pro Jahr sollte hier bei normalen Gartenmöbeln ausreichen. Am besten im Frühjahr und im Herbst, bevor die Möbel winterfest gemacht werden. Das Öl zieht in das Holz ein, hält die Farbe frisch und elastisch und blockiert die UV-Strahlung, welche das Holz altern lässt. Alternativ dazu bietet sich auch an, die Holzmöbel mit Nanopartikeln zu versiegeln, die sich aufsprayen lassen. Allerdings ist hierbei zu beachten, dass diese Nanoversiegelungen im Vergleich zu alt Bewährtem ziemlich teuer sind. Allerdings wäre eine Versiegelung mit Nanoteilchen auch der beste Schutz vor Feuchtigkeit, die bei Holz in Fäule resultieren kann. Gerade bei rauen Hälzern wie Teakhölzer oder Rattan. Denn dazu muss verhindert werden, dass Wasser in die Zwischenräume des Holzes gelangt, was mit einer solchen Versiegelung meist sehr gut funktioniert.
Pflegehinweise für Gartenmöbel aus Metall:
Verglichen  mit Holzmöbeln sind Gartenmöbel aus Metall recht einfach zu pflegen. Wenn sie aus Edelstahl oder Aluminium gefertigt sind, muss man sich nicht einmal um Rost Gedanken machen. Bei Kratzern und anderen Oberflächenschäden kann Ausbesserungslack angebracht werden, der in derselben Farbe schimmert wie das Metall oder die Pulverbeschichtung. Es kann auch ein ganz normaler Lack aus dem Baumarkt verwendet werden der die gleiche Farbe hat wie die Beschichtung der Möbel. Bei Rostbefall muss dieser abgeschliffen werden. Wenn das Metall sehr stark angegriffen wurde, sollte die Schwachstelle zunächst mit einer Spachtelmasse gefüllt werden, bevor als nächstes Rostschutz und am Ende neuer Lack aufgetragen wird. Wichtig: Wenn der Rost erneut aufkommt, so handelt es sich vielleicht um ein schlechtes Metall. Hierauf  sollte vor allem bei neuen Gartenmöbeln  geachtet werden, die man gegebenenfalls reklamieren kann. 


Gartenmöbel aus Alu pulverbeschichtet / Bild:Flickr amandabhslater

Pflegetipps für Gartenmöbel aus Kunststoff:
Gartenmöbel aus Kunststoff, ganz besonders hochwertigem Material wie Polyrattan, bedürfen eigentlich noch weniger Pflege als Metallmöbel. Lediglich UV-Strahlung, die die molekularen Kunststoffatomketten aufspalten kann, führt im Laufe der Zeit zu einer Erbleichung und Versprödung der Möbel. Eine Präparierung mit UV-Schutz sollte daher erfolgen, wenn nicht schon vom Hersteller vorgenommen. Auch hier empfiehlt sich wieder eine Nanoversiegelung. Um dem ganzen zu entgehen, lohnen sich auch Gartenmöbelhüllen, welche man schon für wenig Geld im Baumarkt erwerben kann. 

Eine große Auswahl an Gartenmöbeln für jeden Geschmack aus verschiedenen Materialien von Alu bis zu Teakholz gibt es online  bei www.gartenmoebel-express.de

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